18.10.2017

80 Jahre Marienpfarre der Redemptoristen in Hernals

1937 wurde die Marienpfarre in Wien-Hernals gegründet. Die Klosterkirche der Redemptoristen wurde auch zur Pfarrkirche erhoben. Wie schaut es heute mit der Gemeinde aus? Pater Lorenz Voith nimmt in einem Brief darauf Bezug (siehe KONTAKTE 3/2017)


Marienkirche in Wien-Hernals am Clemens Hofbauer-Platz

Wenn ich so auf das Leben und Wirken der Marienpfarre blicke, so fallen mir einige Besonderheiten auf: Erstens: Die Marienpfarre, welche vor 80 Jahren errichtet wurde, war und ist eine typische Ordenspfarre. Die Redemptoristen förderten und begleiteten in diesen Jahrzehnten das Leben der Katholiken in der Mitte des Dekanats und darüber hinaus.  Die Spiritualität und der Auftrag des Ordens färbte immer wieder auch auf die Gemeinde ab: Die Verehrung der Ordensheiligen (Klemens und Alfons),  die „Mutter von der Immerwährenden Hilfe“ und die hervorgehobene Marienverehrung. Ich darf sagen: Eine betende Gemeinde!

Zweitens: Der soziale und caritative Schwerpunkt, der sich in der Sorge für die Ärmsten äußert, sowie durch die aktive Hilfe für Flüchtlinge aus den verschiedenen Teilen der Erde – durch alle Jahrzehnte. Und es bleibt auch heute noch ein wichtiger Auftrag!

Drittens: Die Marienpfarre war immer auch eine sog. „Wahlpfarre“. Viele unserer aktiven Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kommen von anderen Pfarrgebieten, Bezirken, ja auch von außerhalb der Stadt. Die Marienpfarre ist ihre „Basisgemeinde“ in der Nachfolge Jesu Christi. Familienrunden, Musik, das Feiern von Festen und die Liturgie gehören zu besonderen Eckpunkten dieser Gemeinde.

Viertens: Der Hernalser „Mariendom“ zieht aber auch Menschen aus der Mitte des Bezirks an; es ist ihre Kirche – die Kirche vor Ort, das zeigt auch schon der vielfältige Besuch Einzelner während des Tages  in unserer Kirche.

In diesen Wochen der bischöflichen Visitation (welche regelmäßig ca. alle zehn oder zwölf Jahre stattfindet) war und ist es ein Grund mehr über unsere Rolle und unseren Auftrag für die Zukunft nachzudenken (gemeinsam mit den Nachbargemeinden!). Und es ist mir bei all den Abbrüchen und Veränderungen, die schon gekommen sind und auch noch kommen werden, nicht bange um diese christliche Insel inmitten des Bezirks: Eine „Wahlpfarre“ und eine „Kirche vor Ort“, welche neu über ihre „Mission“ weit über die eigenen Grenzen hinaus nachdenken wird: jesuanisch, familiär, sozial, ökumenisch, interreligiös, u.a.m. Der 62-Meter hohe Turm der Marienkirche ist vielleicht ein Zeichen dafür.
Danke für ihre Verbundenheit, das Gebet und auch für die Spenden, die wir gerne für die diversen Anliegen verwenden wollen!

Pater Lorenz Voith CSsR; Pfr. und Rektor

Siehe auch: www.marienpfarre.at